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Altkleiderspenden kommen Bedürftigen in der Region zugute

Altkleiderspenden werden beim DRK in Ulm über die Kleiderläden Bedürftigen angeboten

Tragen unsere Kleiderspenden beim DRK in Ulm dazu bei, dass damit Geschäfte gemacht und die Textilindustrie in Afrika ruiniert werden? Das fragen sich die Fernsehzuschauer, die am 4. November die NDR-Reportage "Altkleiderlüge" gesehen haben. Die Sorge ist unberechtigt. "Die Spenden, die wir hier bekommen, gehen direkt in die Kleiderkammern des Roten Kreuzes", betont Guido Mayer, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Ulm.

"Ganz bewusst haben wir nur jeweils zwei Container in der Frauenstraße in Ulm und beim DRK-Heim im Mühlweg in Ehingen aufgestellt", so Mayer weiter. Deren Inhalt sortieren die meist ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kleiderkammern jeden Tag selbst. Gut erhaltene Hosen, Pullis, Blusen und Jacken werden für wenig Geld an die Kunden abgegeben. "Eine Arbeit, die mir sehr viel Freude macht", sagt Monika Bultnop von der Kleideroase in der Ulmer Schaffnerstraße.

Einkaufen kann hier jeder. Wer eine Lobbycard der Stadt Ulm oder eine Tafelladen-Kundenkarte hat, zahlt halb so viel wie nicht Bedürftige. Das DRK Ulm legt Wert darauf, dass auch finanziell besser gestellte Kunden in den Kleiderkammern aus und ein gehen. Denn das senkt die Schwelle für arme Menschen, die dadurch weniger Angst haben, stigmatisiert zu werden. Die Einnahmen aus dem Verkauf an nicht Bedürftige werden vom DRK als wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb versteuert. Sie dienen dazu, Miete und andere Kosten der Kleiderkammern zu bezahlen.

Ein Teil der Spenden, die in der Frauenstraße ankommen, werden direkt für die Gäste im Ulmer Übernachtungsheim gebraucht. Wohnsitzlose erhalten hier saubere Kleidung zum Nulltarif. Beschädigte und schmutzige Klamotten oder Ladenhüter, die nicht mehr gelagert werden können, gehen an eine regionale Recyclingfirma. Der Erlös dient ausschließlich der Deckung der Kosten in den Kleiderkammern.

Wer Platz in seinem Schrank schaffen will und daheim ausmistet, kann die Spenden direkt und persönlich in den Kleiderläden abgeben. Am besten Sachen, die zur Jahreszeit passen. Gefragt ist auch Bettwäsche. "Besonders begehrt sind Schuhe und immer wieder Babyausstattung", weiß Monika Bultnop. Sie bedauert es, dass "viel zu wenige die Kleideroase kennen". Deshalb steckt sie auf Spaziergängen in ihrer Freizeit stets Flyer in die Briefkästen entlang des Wegs.

Sie betrachtet die Kleideroase in der Schaffnerstraße nicht zuletzt als Treffpunkt. "Viele kommen gerne auf ein Schwätzchen bei einer Tasse Kaffee." Momentan arbeiten hier etwa zehn Ehrenamtliche. Monika Bultnop kam als Ein-Euro-Kraft übers Arbeitsamt zu dem Job. "Natürlich freuen wir uns über jede Verstärkung des Teams."

Die Kleiderkammern des DRK-Kreisverbands sind in Ehingen, Lindenstraße 71, geöffnet Mittwoch 8.30 bis 12 Uhr, Samstag 9.30 bis 12 Uhr Laichingen, Im Bussen 11, Dienstag und Donnerstag 15 bis 17 Uhr Blaustein, Am Marktplatz 1, Montag und Freitag 16 bis 18 Uhr Ulm, Schaffnerstraße 17, Dienstag bis Freitag 13.30 bis 17 Uhr Ulm, Frauenstraße 123, Dienstag 12 bis 15 Uhr.

In Laichingen, Blaustein und in der Schaffnerstraße in Ulm kann die Kleidung an den Öffnungstagen bereits ab 10 Uhr gebracht werden. Zusätzlich stehen in Ulm, Frauenstraße 123 und in Ehingen im Mühlweg (DRK-Heim) jeweils zwei Kleidercontainer, deren Inhalt täglich für die Kleiderkammern/Kleiderläden geleert und sortiert wird. Bitte nur gut erhaltene Kleidung einwerfen.

22. November 2011 21:14 Uhr. Alter: 176 Tage